Öko-Systeme in Not

Die Amerikanerin Alexandra Morton schreibt in ihrem Buch „Die Sinfonie der Wale“ über ihre Sprach-Forschung bei Schwertwalen an der kanadischen Pazifikküste. Was als Faszination einer Jugendlichen begann, wird zu ihrer Lebensaufgabe. In Zelten, Booten und Hütten lebt sie ein gleichermaßen bewegtes wie bewegendes Leben. Schon früh verliert sie ihren Mann und wichtigsten Forschungspartner bei einem Tauchunfall. Als alleinerziehende Mutter zwischen Fischern und Holzfällern setzt sie ihre Forschungsarbeit alleine fort.
Sie kämpft: um ihre Existenz, gegen Behördenwillkür, aber immer für die Wale. Bis Lachszuchten das ökologische Gleichgewicht stören und die Wale weg bleiben. Die Wissenschaftlerin kämpft weiter, jetzt um die Wildlachsbestände, die die Lebensgrundlage für die Orcas sind. Es gibt kleine Erfolge neben fortschreitenden Zerstörungen. Vereinzelte Wale kehren zurück, verhalten sich fremd, andere sterben. Alexandra Morton kämpft weiter, sammelt Belege für Missstände und Ursachen in Allianz mit Fischern und Wissenschaftlern, berichtet auf Kongressen, schreibt Petitionen, wendet sich direkt an Behörden. Sie agiert beharrlich, klagt an ohne Pathos, liefert Beweis um Beweis und wird nicht müde dafür zu kämpfen, das Ökosystem im Gleichgewicht zu halten. Und das tut sie bis heute, mit inzwischen 61 Jahren.